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.Fight Back, Fight AIDS: 15 Years of ACT UP

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Berlin Film Festival..

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Berliner Zeitung Newspaper::von Philipp Bühler . 07.02.2003 ................................. .. English Translation
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Fight Back, Fight AIDS: 15 Years of ACT UP

Das Leben mit Aids, heißt es darin, ist wie ein Krieg, in dem niemand außer den Betroffenen die Bomben hört. Die markantesten Demonstrationen und Versammlungen der 1987 in den USA gegründeten, heute weltweit tätigen Bewegung ACT UP umrahmen die berühmt gewordene Rede des 1991 verstorbenen Aktivisten Vito Russo. Es ist ein Dokumentarfilm im reinsten Sinne, in dem die unbeteiligte Kamera die Rolle des Zeugen einnimmt. Sitzblockaden, einstudierte Sprechchöre und andere medienwirksame Spektakel machen ihn nicht nur zu einem Werkzeugkasten der Dissidenz. Das laute Rauschen des Protests wird geradezu physisch erlebbar.

Weniger makaber als die berüchtigten "öffentlichen Begräbnisse" am Weißen Haus erscheint der Umstand, dass sich am Anlass der Wut wenig geändert hat. Das Totschweigen, die teuren Medikamente: All das wurde schon Präsident George Bush senior vorgeworfen, der gleichzeitig Milliarden für einen Golfkrieg aufbrachte. Darin liegt wohl ein Grund, warum die ungewohnt deutlichen Worte Bush juniors in seiner neuesten Regierungserklärung auf ebenso viel Begeisterung wie Skepsis stoßen. Als Zeitzeugenschutzprogramm gegen das Vergessen wird der Film seine Aktualität so schnell nicht verlieren.

 



Living with AIDS, it declares, is like a war, in which nobody hears the bombs except those affected. The most striking demonstrations and meetings of ACT UP, established in 1987 in the United States and today a worldwide movement, are the framework for the now-famous speech of activist Vito Russo, who died in 1991. This is a documentary film in the purest sense of the word in which the neutral camera becomes a participant and assumes the roll of a demonstrator. The sit-ins, the rehearsed chanting -- these and other acts, cast in a form that makes them effective when seen through the media, make this film not only a toolbox of dissidence. The loud roaring of the protests becomes a physical experience.

Less macabre than the infamous "public funerals" at the White House is the fact that as to the anger, little has changed, for the hush-up about AIDS is still around, as well as the expensive medication " the senior Bush was already reproached about that, yet he managed in the face of it to come up with billions for the Gulf war " and that is probably one reason why the unusually clear words of the younger Bush in his most recent declarations have met with as much skepticism as enthusiasm. This film will not quickly lose its relevance, for it is a vehicle that will safeguard the camera's witness to that particular time.

Die Tageszeitung .... 10.02.2003

HARALD FRICKE (Kommentar)

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Die Schwenks stimmen: In James Wentzys Dokumentation "Fight Back, Fight Aids: 15 Years of Act Up" im Panorama geht es um die Darstellung von Protest als Performance und um reale Interessen nach Art des Civil Rights Movement

Am 24. März 1987 ist wenig los auf den Straßen von New York. Die Gruppe der Demonstranten fällt den anderen Passanten nicht sonderlich auf. Wäre der Protestzug nicht auf Video dokumentiert, wüsste man kaum etwas über die Geburtsstunde von Act Up, die "AIDS Coalition to Unleash Power", die sich seither für eine weniger restriktive Gesundheitspolitik in den USA engagiert - und es immer noch muss, weil auch unter Clinton und erst recht mit dem "War on Iraq"-Programm George Bush jrs. weiterhin jeder Dollar für die Bekämpfung von Aids gegen andere Interessen durchgesetzt werden muss.

Der Filmschnipsel von damals, mit dem James Wentzy seine letztes Jahr fertig gestellte Dokumentation zum 15. Geburtstag der Bewegung beginnt, entspricht der Spontanität der frühen Tage. Die Kamera wackelt, das Band hat Blips, kleine Aussetzer, die abstrakte Schlieren über das Ereignis legen. Die Schwenks stimmen: von den Hochhäusern der Wall Street auf die Gesichter der Polizisten, die der nun gewachsenen Schar der Demonstranten beim Marsch den Weg versperren.

Durch die mediale Zuspitzung wächst auch die Aufmerksamkeit für die Aktionen von Act Up. Tatsächlich hat sich nirgendwo seit 1968 Protest so sehr als Performance artikuliert, ist Widerstand dermaßen kulturell und künstlerisch machbar von den Beteiligten aufgefasst worden. Jedes Lied, dass zur Einstimmung auf die Demo geübt wird, gleicht einer Theaterprobe mit genau verteilten Rollen; jeder Abschlussredner hat die Qualitäten eines Entertainers. Wenn Vito Russo spricht, sieht man ihm die Folgen der HIV-Infektion an, vor allem aber hört man seiner sonoren, scharf artikulierenden Stimme zu, mit der der Village-Voice-Autor den schnelleren Test von Medikamenten fordert. Zugleich nimmt mit der Wut auch die Provokation bei den Happenings zu: Asche wird in den Vorgarten des Weißen Hauses geschüttet, offene Särge mit Toten werden durch die Straßen getragen.

Act Up ist überall und vor allem sichtbar, denn "Silence = Death". Mit "Fight Back, Fight Aids" setzt Wentzy auf die Unmittelbarkeit des Found Footage. Deshalb wird ganz auf Talking Heads verzichtet, die im Stil des Zeitzeugen-TVs das Geschehen kommentieren. Das ist oft verwirrend, zumal die Zuordnung der Stimmen, Gesichter und Orte in der Untertitelung meistens ausgespart bleibt. Vielleicht ist die Weigerung eine Form von Trauerarbeit - viele der Beteiligten sind an der Krankheit längst gestorben. Vielleicht folgt Wentzys Vorgehen aber auch den Essentials von Act Up, die eben keine Erinnerung leisten will, sondern reale Interessen nach Art des Civil Rights Movement vertritt. Es geht nicht um Ikonen einer Revolution, eher um die Basis politischer Korrekturen.

HARALD FRICKE
taz Berlin lokal Nr. 6976 vom 10.2.2003, 100 Zeilen



epd  Film  4/2003 
[magazine s.15  Frankfurt am Main]


Sabine Horst

Fight Back, Fight AIDS: 15 Years of ACT UP
von James Wentzy, USA (Panorama)

Nach einigen Jahren der Funkstille hat das Thema Aids wieder Eingang ins Programm des Panoramas gefunden -- unter anderem mit Fight Back, Fight AIDS, einem Film, der die Geschichte der "AIDS Coalition to Unleash Power" (ACT UP) nachzeichnet. Die vor etwas mehr als 15 Jahren gegründete Initiative hat wie keine andere das Bewusstsein für die gesellschaftliche Dimension der Infektion geschärft -- in einer Zeit, da die Krankheit noch ausschließlich mit Schwulen in Verbindung gebracht wurde. ACT UP machte den Skandal öffentlich -- "Silence equals Death" -- und trug zur Politisierung der schwulen Szene bei.

Der Film des New Yorkers James Wentzy, der 1990 HIV-positiv getestet wurde, seitdem bei ACT UP aktiv ist und das Ratgeberprogramm "AIDS Community Television" produziert, ist eine Kompilation von Material in verschiedenen Formaten, die dem uninformierten Zuschauer einige Rätsel aufgeben dürfte. Dennoch entwickelt Fight Back, Fight AIDS eine ungeheure Durchschlagskraft. In minutenlangen, ungeschnittenen Sequenzen entfaltet sich das Bild einer aus der Not geborenen politischen Kultur, die neue, von einer spezifischen Mischung aus Verzweiflung und Vitalität, Wut und Phantasie getragene Aktionsformen entwickelte und auf die anhaltende Ignoranz republikanischer wie demokratischer Regierungen mit einem Eskalationsmodell reagierte. Neben einer der letzten Reden des Filmwissenschaftlers Vito Russo (The Celluloid Closet) und dem Alltag der Gruppendebatten dokumentiert Wentzys Kompilation auch die besonders radikalen und daher medienwirksamsten Demonstrationen der Initiative -- das Verstreuen von Asche auf dem Rasen des damals von Bush sr. regierten Weißen Hauses, die Leichenzüge im New York der Clinton-Ära. Die Realität des massenhaften Sterbens wird in der ungeplanten, ungestellten Drastik dieser Aufnahmen spürbar. Und die Frage, wie weit wir in den vergangenen 15 Jahren gekommen sind, steht plötzlich wieder im Raum.

 

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ible corrections pending
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Fight Back

The camera moves are on target: James Wentzy's documentary "Fight Back, Fight AIDS: 15 Years of ACT UP" in the Panorama is about Protest as Performance and a genuine interest in the Art of the Civil Rights Movement.

On 24 March 1987 there is little wrong in the streets of New York, and the passersby are not particularly struck by the [presence of the] demonstrators. If the protest had not been documented on video, one would hardly have known about the birth of ACT UP, the AIDS Coalition to Unleash Power, which since that time has committed its resources to working for a less restrictive public health policy in the USA. It still must do so, because even under Clinton, but especially under the younger George Bush with his thrust toward war with Iraq, each dollar for the fight against AIDS must compete with other interests.

James Wentzy's film covers [the period from] the beginnings of ACT UP through this past year. It starts with the birth of the movement and covers 15 years, and reflects the spontaneity of the early days. The camera [may] wobble, the soundtrack has blips, and there are small misfires which place abstract streaks over an event. The camera-work is on target, from [shots of] the multistoried buildings of Wall Street to [shots of] the faces of the policemen who block the way of the march, for the number of demonstrators has now grown.

Because of the film's intensity, one's interest in these actions of ACT UP increases, for nowhere since 1968, has Protest as Performance been so clearly articulated as here. Nor has resistance of this kind been so powerfully conceived, both culturally and artistically, by the participants. Each chant, which is geared toward the mood of the demo, is like the rehearsal of a play with very precise roles, and each concluding speaker has the qualities of an Entertainer. If Vito Russo is speaking, you see in him the progress of the HIV infection. Above all, however, you hear his sonorous and sharply-articulated voice that demands faster testing of medicines for this writer at the Village Voice. And as the rage increases, so does the provocation: Ashes are thrown onto the front lawn of the White House, open coffins are carried through the streets [with their dead].

Above all and everywhere, ACT UP is visible because "Silence = Death". With "Fight Back, Fight AIDS", Wentzy grasps the immediacy of his found footage, even though there are no "Talking Heads" who, in the style of television and its witnesses on-the-spot, comment on what is happening. That is often confusing, particularly as the identification of the voices, faces, and places in the subtitles is omitted. Perhaps this is a form of mourning, for many of the participants died long ago of the illness. Perhaps, on the other hand, Wentzy's approach accords with the essential position of ACT UP, which does not choose to memorialize its dead, but instead only to demonstrate its commitments, just as did the civil rights movement. It is not concerned with Icons of a revolution, but rather the foundations for Correcting the political.














After some years of media silence, the theme of AIDS has found a place once again in the program of Panorama, portrayed in Fight Back, Fight AIDS, a film, which portrays the story of the AIDS Coalition to Unleash Power (ACT UP). Founded more than fifteen years ago at a time when the illness was still thought to be the exclusive domain of gays, this initiative has raised the level of consciousness about the social dimensions of the infection more than any other. ACT UP brought the scandal into the open -- "Silence = Death" -- and contributed to the politicization of the gay scene.

This film, the work of New Yorker James Wentzy who tested positive for HIV in 1990 and has been an activist in the organization since that time while producing the activist television series "AIDS Community Television," is a compilation of materials in various formats, which to the uninformed spectator, may be puzzling. Nevertheless, Fight Back, Fight AIDS develops enormous force as it progresses. In uncut sequences, each a few minutes long, there unfolds the picture of a political culture that was born out of need. It is a culture which developed new forms of action that grew out of despair and vitality, rage and phantasy, and which challenged the continuing ignorance of both republican and democratic administrations with an approach that evolved as it went on. Along with one of the last speeches of filmmaker Vito Russo (The Culluloid Closet) and the everyday debates of ACT UP meetings, Wentzy’s compilation notes the especially radical nature of the media-savvy actions -- the scattering of ashes on the lawn of the White House, then domain of Bush Sr., for example, and the processions that carried the dead in New York during the Clinton era. The reality of the huge numbers of the dying can be sensed in these unplanned, unrehearsed shots. And the question of how far we have come in the past fifteen years, suddenly demands an answer once more.



Fight Back, Fight Aids: 15 Years of ACT UP
75 Min., englische . Regie: James Wentzy __________________

SIEGESSÄULE .... Februar 2003

Die "Aids Coalition to Unleash Power" ­ kurz ACT UP, war vielleicht die aufregendste und frechste, auf jeden Fall aber medienwirksamste politische Aktionsgruppe der achtziger und neunziger Jahre in den USA ­ wenn nicht weltweit. Als Mitte der achtziger Jahre immer mehr Schwule an Aids starben und die US-Regierung sich für eine "Schwulenseuche" und deren Bekämpfung nicht interessierte, bildete sich eine Gruppe aus Schwulen, Lesben und Heteros, die durch spektakuläre Aktionen zivilen Ungehorsams auf die katastrophale Situation aufmerksam machte. Ihr Vermächtnis aus 15 Jahren politischer Bürgerrechtsarbeit ist in dieser unkommentierten Dokumentation, zusammengestellt aus teils ungeschnittenem und noch nie gezeigtem Archivmaterial, bewahrt. Schade nur, dass den Aktivisten und Aktivistinnen von einst, sofern sie noch leben, kein Platz für einen Rückblick aus heutiger Sicht eingeräumt wurde.

Mit diesem und zwei weiteren Filmen kehrt das Thema Aids ­ einst Schwerpunkt im schwullesbischen Filmschaffen der späten Achtziger und frühen Neunziger und damit auch im Berlinale-Programm stark vertreten ­ wieder auf die Berlinale zurück. Auch handelt es sich um eine eindringliche Darstellung der Tatsache, dass alle US-Präsidenten von Reagan über Bush sen. bis zu Clinton beim Thema Aids weitgehend versagt haben und somit alle, egal welcher Partei sie angehörten und welche Versprechungen sie machten, im Visier von ACT UP waren. Darüber hinaus ist der schlichte Dokumentarfilm eine gute Erinnerung daran, wie viel Spaß radikaler politischer Aktionismus machen kann und was er bewirkt ­ in Zeiten einer wieder benötigten Friedensbewegung ein wichtiger Fingerzeig. ...kay

 

 

The "AIDS Coalition to Unleash power", or ACT UP for short, was perhaps the most exciting, the most impudent, and in any case, the most medium-savvy group of political activists seen during the eighties and nineties in the USA, if not in the whole world. When in the mid-eighties, more and more gay people were dying of AIDS, and the US government showed no interest in a "gay disease" or in combating it, a group of gays, lesbians, and heteros formed a group that brought the catastrophic situation to public attention by means of their civil disobedience and their spectacular street protests. Their legacy of political action, carried out by citizens over a period of 15 years, citizens who exercised their right to protest has, in this documentary without commentary been put together from partly unedited and heretofore unseen archival material. It is only a shame is that the film provides no occasion to those men and women who were activists at that time and who are still alive to look back on the events of the film from the standpoint of today.

With this film and two others, the subject of AIDS, once a focal point in gay and lesbian film work during the late eighties and early nineties, and at that time strongly represented in the programs of the Berlinale, has now returned once again. It offers a telling representation of the fact that all US presidents -- from Reagan to Bush and including Clinton -- completely failed to address the matter of AIDS in any significant way. Thus all of them, regardless of their party or whatever their promises, came under the scrutiny of ACT UP for their failures. It is also interesting to note how this simple documentary film inspires an understanding both of the effectiveness of radical political action, and of what great fun it can be as well. Perhaps, too, it is an important hint that it is time for an incisive peace movement.

.08 .. 14.02.03 __

Gülcin Wilhelm

IM PANORAMA
Eine Reihe von Filmen zum Thema AIDS

»Das ist ein Krieg, in dem nur du die Bomben hageln hörst. Alle anderen leben ganz normal weiter.« So lautet ein Klageruf von einem AIDS-Aktivisten der achtziger Jahre, in denen Tausende AIDS-Tote von der Öffentlichkeit als »Randgruppenangelegenheit« betrachtet wurden. Zu hören ist diese Aussage in der amerikanischen Dokumentation Fight Back, Fight AIDS: 15 Years Of ACT UP von James Wentzy. Selber ein Kämpfer der Bewegung hat Wentzy mit seiner Videokamera 15 Jahre die Aktivitäten von ACT UP (AIDS Coalition To Unleash Power) festgehalten. Der Film ist einer von fünf Beiträgen zum Thema AIDS, die dieses Jahr in der Panorama-Sektion der Berlinale aufgeführt wurden. Dass die Berliner Filmfestspiele im Gegensatz zur »Hoch-Zeit« der Problematik in den letzten vier Jahren keinen Beitrag mehr zum Thema AIDS hatten, verdeutlicht die allgemeine Illusion, die offenbar auch die Filmwelt erfasste: Der trügerische Optimismus, die Krankheit beschränke sich nunmehr auf Afrika, führte in der westlichen Welt zunehmend zu einem Verzicht auf präventive Maßnahmen.

Der 75-minütige Dokumentarfilm zeigt verschiedene Demonstrationen von ACT UP, die sich gegen die Ignoranz der Politik und der Medien richteten: Die spektakulären Aktionen reichten von der Besetzung der Börse in der Wall Street bis hin zum Verstreuen der Asche von AIDS-Toten in den Garten des Weißen Hauses. Der Zorn der Aktivisten bezog sich zum Beispiel darauf, dass sie die an den Folgen von HIV Gestorbenen als Opfer eines politischen Anschlags ansahen. Sie warfen der Regierung vor, für jede Minute, die sich die Entwicklung von Medikamenten verzögert, einen Toten in Kauf zu nehmen.

Fight Back, Fight AIDS: 15 Years Of ACT UP zeigt die Betroffenen in den achtziger und neunziger Jahren, die nicht nur mit ihrer eigenen Krankheit oder ihrer Trauer über Verluste fertig werden mussten, sondern auch für ihren politischen Streit Kraft aufzubringen und gegen die Kränkung der Gesellschaft anzukämpfen hatten. Time titelte damals: »AIDS kommt auch zu uns«. Das Bestreben, die Homosexuellen und die Minderheiten auf diese Weise auszustoßen, findet in der heutigen Gesundheitspolitik der Bush-Regierung seine Fortsetzung. Statt die Mittel für AIDS-Präventation und -Behandlung aufzustocken, hat die Regierung ein 135 Millionen Dollar teures Programm angeschoben, durch das junge Leute von vorehelichem Sex abgehalten werden sollen.

 

IN THE PANORAMA
A Group of Films about AIDS

"This is a war, but only you hear the bombs dropping. No one else notices -- they go on with their daily lives." So went the anguished cry of AIDS activists in the eighties, when the thousands of persons dead from AIDS were regarded officially as a "fringe-group matter." This statement can be heard in the American documentary Fight Back, Fight AIDS: 15 Years of ACT UP, by James Wentzy. Himself one of the movement's warriors, Wentzy has captured 15 years of the activities of ACT UP (AIDS Coalition to Unleash Power) with his video camera. The film is one of five contributions on the subject of AIDS which were shown this year in the panorama category of the Berlinale. The fact that the Berlin film festival had shown no films concerned with AIDS for four years, in contrast to what was the case in the heyday of the problem's coverage, elucidates the wide-spread illusion, which clearly had taken hold of the film world as well as everyone else, the deceitful optimism which held that the illness was now limited to Africa, and which in the western world had led increasingly to a neglect of preventive measures.

This 75-minute documentary film shows different public demonstrations carried out by ACT UP. They were directed against the ignorance both of the political structure and of the media. These spectacular actions range from the occupation of the stock exchange on Wall Street all the way to throwing the ashes of their AIDS-dead onto the front lawn of the White House. The anger of the activists was aimed to show that they regarded those who died in consequence of HIV to be the victims of a political assassination. They accused the government of responsibility for each death of every minute which delayed the development of medicines for AIDS.

Fight Back, Fight AIDS: 15 Years OF ACT UP shows those who were affected in the eighties and nineties, who must not only deal with their own illness or grief, but also must muster the strength for their political fight and battle against the offending society. Time magazine had once titled an article, "AIDS now affects the rest of us". The endeavour to push away homosexuals and other minorities in this way finds its continuation in the public health policy of the Bush administration today. Instead of an increase in funds for AIDS prevention and treatment, the government is pushing a $135 million program to encourage young people to abstain from pre-marital Sex.

 

Physicians newspaper . 14.02.2003........

"Fight Back, Fight AIDS: 15 years of ACT UP

Dokumentarfilm würdigt Arbeit von Anti-Aids-Aktivisten / Regisseur James Wentzy ist selbst HIV-positiv

Aids galt bis Mitte der 1980er Jahre als Krankheit der Homosexuellen und Junkies. Vor allem der Aufklärungsarbeit der ACT UP-Aktivisten ist es zu verdanken, daß ein Umdenken stattfand. Auf der Berlinale wurde ein Dokumentarfilm vorgestellt, der ACT UP würdigt.

Fight back, Fight Aids: 15 years of ACT UP .ist der Titel von James Wentzys Dokumentation, die mit der ersten Demo der "Aids Coalition to Unleash Power" (ACT UP) am 24. März 1987 vor der Wall Street in New York beginnt. "We are angry, we want action", skandierten HIV-Infizierte und Aids-Kranke, eine Losung, die auch in den folgenden 15 Jahren Bestand haben sollte.

Foto > > Mit lautstarken Demonstrationen warnt das Aktionsbündnis ACT UP seit 1987 davor, Aids nur als Krankheit der Homosexuellen und Drogenabhängigen zu betrachten.

Die Wut nämlich blieb: Zunächst richtete sie sich gegen die nach Ansicht der Betroffenen zu hohen Medikamentenpreise; später gegen die US-Präsidenten Ronald Reagan und George Bush senior, die zwar Geld für die Rüstung und für den Irak-Krieg, nicht aber für die Entwicklung neuer Medikamente locker machten; schließlich auch gegen die Kirche, die die Krankheit ignorierte, und gegen jene, die Aids und HIV immer nur als Problem von "denen" bezeichneten, aber nie als eines von "uns". Jede ihrer Aktionen war laut, kreativ und nachhaltig.

Wentzys 75minütiger Streifen ist ein Dokumentarfilm im eigentlichen Sinn des Wortes. Der Regisseur, selbst HIV-positiv, hat ausschließlich Originalmaterial zusammengeschnitten, was zwar für eine höchstmögliche Authentizität bürgt ....,,, (Smi)

 

This Documentary Film is a Tribute to the Anti-AIDS Activists / Director James Wentzy is himself HIV-positive.

Well into the 1980's, AIDS was regarded as a disease of homosexuals and junkies. More than anyone else, it is the activists of ACT UP who are to be thanked for the reorientation in thought about the matter that has taken place. The Berlinale has presented a documentary film that does justice to ACT UP.

Fight Back, Fight AIDS: 15 years of ACT UP is the title of James Wentzy's documentary, which began with the first demo of the AIDS Coalition to Unleash Power (ACT UP) on March 24, 1987 at Wall Street in New York. "We are angry, we want action" chanted those infected with HIV and those sick with AIDS. It was a slogan which would endure for fifteen years.

Photo > > The activist organization ACT UP, with vociferous demonstrations, has since 1987 warned that AIDS may not be seen only as an illness of homosexuals and drug-dependent persons.

The rage has remained: first it was directed against the excessively high price of pharmaceuticals; later it was aimed against Presidents Ronald Reagan and George Bush senior, who made money available for armaments and for the Iraq War, but not for the development of new medicines; finally it was leveled against the Church, which ignored the illness, and against those who called any case of AIDS and HIV a problem of "them" but never a problem of "us". Every one of their actions was loud, and every one of them was creative and enduring.

Wentzy's 75-minute movie is a documentary film in the true sense of the word. The director, himself HIV-positive, has spliced together original material not seen before, which insures the film's highest possible authenticity....


 

PANORAMA DOKUMENTE: GESCHICHTE UND ORTSBESTIMMUNG
... 17.01.2003

Nach längerer Abwesenheit wieder Thema in Spielfilmen des Wettbewerbs und im Panorama: AIDS. Zwei Dokumentarfilme stellen soziologisch-politische Betrachtungen an: Fight Back, Fight AIDS: 15 Years of ACT UP von James Wentzy (USA) Als in den Mittachtzigern Schwule wie die Fliegen anfingen zu sterben, sah die Welt weg. ACT UP wurde zu ihrer medienwirksamen Stimme: Und dass diese duldsamste aller Minderheiten die Energie aufbringen würde, "HANDELT" ("ACT UP") zurückzuschreien, verstörte die Welt. Wie es zu den medienspektakulären Aktionen der losen Organisation kam und wie Aids die schwule Welt zur Selbstverantwortlichkeit politisierte, zeigt dieser Film: Dem ignoranten Präsidenten Bush Sen. wird die Asche auf die Wiese vor dem Weißen Haus gestreut, vor dem wortbrüchigen Clinton werden Leichen aufgebahrt - und der Filmwissenschaftler Vito Russo (mit seinem Vortrag The Celluloid Closet 1983 im Panorama) hält eine seiner letzten großen Reden.
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PANORAMA DOKUMENTE: HISTORY AND LOCATION

After a long absence, AIDS is again a topic of feature films in the Competition and the Panorama. FIGHT BACK, FIGHT AIDS: 15 YEARS of ACT UP by James Wentzy (USA) presents socio-political contemplations. When Gays started dying like flies in the mid-80's, the rest of the world turned its back. ACT.UP became their effective voice in the media; and the very fact that this most patient of all minorities would summon up the energy to scream back "ACT.UP" had an unsettling effect on the world. This film depicts how their loosely organized, spectacular actions came about, and how AIDS politicized the gay world toward self-responsibility: Ashes are scattered onto the lawn outside of the White House of ignorant President Bush Senior; dead bodies are laid out in front of Clinton who had broken his word; and the film historian Vito Russo (at the Panorama in 1983 with his lecture The Celluloid Closet) makes one of his last great speeches.

Storys aus den Achtzigern ..
Homofilme ab dem . 6.02.2003.

.Von Leonie Wild .| .Wieland Speck, Panorama Director ______....___

Gibt es politische Filme, die zu Ihren Highlights aus dem Festivalprogramm zählen?

"Fight Back, Fight Aids" über 15 Jahre Act-up, ein supertolles Aids-Movie. Schließlich haben Heterosexuelle kulturell noch nie so viel von Homosexuellen gelernt wie durch diese Krankheit, die von Schwulen und Lesben offensiv angegangen wurde. Und die Offensive ging von einer Minderheit aus, die samt der Krankheit verschwiegen werden sollte ein beeindruckendes Dokument Zeitgeschichte. ..... entire interview

 

Are there political films that you regard as highlights of the Festival program?

"Fight Back, Fight AIDS" is a furious AIDS movie and covers more than 15 years of ACT UP history. Heterosexuals have never learned so much about homosexuals as they have through this disease, thanks to the lesbians and gays who have taken the offensive in the matter. The offensive was started out by a minority, which, along with the disease, was meant to be suppressed. It is an impressive document of our time.


TEDDY TODAY
von Karin Schupp ..12 February 2003

May Haduong von der TEDDY Jury, Jim Hubbard (New York's MIX Festival), James Wentzy (FIGHT BACK, FIGHT AIDS) und andere US-Filmemacher und Filmschaffende verbrachten gestern einige Stunden auf dem offiziellen Empfang der US-Botschaft (Botschafter Mr. Coates war glücklicherweise nicht im Haus). In einer lobenswerten Aktion brachten sie Schilder mit Anti-Kriegs-Parolen mit, die sie sich unter Verweis auf ihr Recht der freien Meinungsäußerung auch nicht wegnehmen ließen.

Klatsch von Karin Schupp | SIEGESSÄULE .14 März 2003

Meine sechs TEDDY-Momente auf der Berlinale 2003:

1) Filmemacher James Wentzy ("Fight back, fight Aids"), TEDDY-Jurorin May Haduong, Jim Hubbard vom lesbischschwulen MIX Festival in New York und andere Filmschaffende protestierten auf dem Berlinale-Empfang der US-Botschaft gegen den Irak-Krieg.

 

May Haduong from the TEDDY Jury, Jim Hubbard (New York's MIX Festival), James Wentzy (FIGHT BACK, FIGHT AIDS) and other US filmmakers and film professionals yesterday spent a few hours at an official reception at the American embassy. (Fortunately, Mr. Coates, the ambassador, was not there.) In an admirable act, they had brought with them placards with anti-war slogans and when employees asked them to put them down, they successfully persisted in their right of free speech which they exercised for several hours!

Gossip of Karin Schupp

My six Teddy moments on the Berlinale 2003:

1) Filmmaker James Wentzy ("Fight Back, Fight AIDS"), Teddy Juror May Haduong, Jim Hubbard of the lesbian gay MIX Festival in New York and other film-professionals protested against the Iraq war at the US reception of the Berlinale.

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Thanks to Charles Brand, George Carter and Huberta Liebrecht for their translations ...

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REVIEW

indieWIRE: ON THE SCENE. .
May 8, 2003

Despite International Conflicts, Docs Don't Forget Domestic Problems...  review by NICK POPPY

War has a way of narrowing our focus, to the exclusion of other issues, other places; to what's happening stateside, in Baltimore, Kansas City, Eupora, Mississippi, and downtown Manhattan. Among the hundreds of offerings from this year's Tribeca Film Festival are several documentaries that ask us to redirect our attention from the place burning across the way, that we might smell the smoke coming from our own house. Peter Scarlet, executive director of the festival, explains, "I've felt throughout my life, for many years now as a festival programmer, that it's a responsibility to hold the window open to the world for people." Scarlet is proud of the global reach, as well as the sheer number of offerings in Tribeca's documentary program, noting, "there are just about as many documentary films as fiction films, and I find that very healthy."

Health itself is a central concern to "Fight Back, Fight AIDS: 15 Years of ACT UP." Produced by ACT UP member and archivist James Wentzy, "Fight Back" is documentary film in its strictest sense, a compilation of archival video footage from the AIDS Coalition To Unleash Power's first protests up to the present. The film humbly claims no narrator and little explanatory text, preferring to let the footage, and the ghosts therein, do the talking. "Fight Back" gives us a stirring portrait of passionate, and remarkably well-organized, political activism by people who were fighting for their lives. ..... entire article

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  Journal of Lesbian and Gay Studies
 Volume 12, Number 2   2006  pp. 303-317  Duke University Press
RETROACTIVISM  by Lucas Hilderbrand  (pdf)



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